Lebenseinstellung

Ziel unserer Reise ist es, andere Länder, Völker und damit andere Lebenseinstellungen kennen zu lernen. In Thailand leben beinahe 60 Millionen Buddhisten, das sind 95% der Gesamtbevölkerung. Und diese Religion prägt in besonderer Weise die Lebensart und Einstellung der meisten Thais. Wenn man das erste Mal in das Land des Lächelns kommt, sprüht einem eine unglaubliche Gastfreundlichkeit entgegen. Schon am Flughafen wird man mit einem herzlichen Lächeln beschenkt. Die Freundlichkeit nimmt kein Ende – egal ob in Bangkok, auf dem Land, in der Hotelanlage oder im Backpacker ist – überall fühlt man sich Willkommen. Liegt es daran, dass die Thais mehr auf das Wohl aller achten, als auf sich selbst?

Australien ist ein Land der Extreme. Unendliche Weiten, extreme heisses Wetter, große Wüsten, gefährliche Tiere. Da wo giftige Tiere an jeder Ecke lauern, wo eine kleine Autopanne in der Wüste die Menschen auf das äußerste belastet, wo kilometerweit keine Menscheseele zu finden ist, ist man wie an fast keinem anderen Ort auf die Hilfe von anderen angewiesen. Und genau diese Hilfsbereitschaft leben die Australier. Jeder kennt die Gefahren und ist darauf eingestellt. Und gibt Tipps und Tricks an alle weiter – oder helfen einfach. Wahrscheinlich liegts an der Einstellung mit der Gefahr zu leben und damit umzugehen. Immerhin sterben in Deutschland mehr Leute im Strassenverkehr, als in Down Under an Schlangenbissen, Quallen, Haien, Krokodilen, Verdursten…

Und die Kiwis? Hier ist es sogar eine Beleidigung, wenn man die Person gegenüber nach dem Beruf fragt. Statussymbole gibt es hier nicht. Markenklamotten? Muss nicht sein. Jedes Jahr ein neues Auto? Warum? Schon faszinierend. Hier zählt noch jeder Mensch als Person und nicht das was er besitzt, was er kann, was er verdient und wie er aussieht.

Angst

Sehr viele Leute fragen uns: Habt ihr keine Angst? Alles stehen und liegen lassen, Job und Wohnung aufgeben? Und was ist, wenn ihr wieder kommt?

Klar. Jeder hat doch Zweifel, ob es das Richtige ist, etwas neues zu tun. Sicher wäre es einfacher, sein geregeltes Leben mit einem guten Job, einer schönen Wohnung, vielen guten Freunden, fortzuführen. Weihnachten wie gewohnt bei der Familie verbringen. Oder auf einmal ist keiner da, der uns zum Geburtstag gratuliert. Aber warum muss man immer alles so machen, wie andere, was als normal angesehen ist. Warum nicht mal was riskieren, abweichen von der Norm. Wäre sonst diese Welt entdeckt worden, wenn keiner über den Horizont rausschauen hätte wollen?

Ich werde sicher einiges vermissen: den Schweizer Zopf, den ich jetzt auch nur 4 mal im Jahr kaufe, oder ein leckeres Raclette oder Käsefondue, allg. Käse, meine Schoggijoghurts oder ein kühles Weißbier. Eine schöne Dusche, ein kuscheliges Bett… Irgendwie schon traurig, aber wenn man was dazu gewinnen will, muss man auch was dafür aufgeben. Leider! Es ist ja nur ein Jahr und das geht sehr schnell rum. Leider!

Ich weis, dass ich dafür viele neue Sachen kennen lernen werde, z.B. viele Leute von fremden Ländern, viele Meinungen, Gewohnheiten, Sichtweisen, Lebenseinstellungen. Ich werde viel erleben, tausende Fotos machen und meine Englischkenntnisse verbessern. Ich denke, dass ich nach diesem Jahre lang davon zerren und viel erzählen kann. Und vielleicht ein Buch darüber schreibe… oder einfach nur diesen Blog… (IM)